Gewagte Premiere in Sargleben / Der LCC gab seine erste Vorstellung außerhalb Lenzens

Die Karnevalisten des Lenzener Carnevals-Clubs (LCC) „Blau-Weiß“ sind mutig. Obwohl sie mit dem Büttenabend im Gasthaus „Zur Wirtin“ in Sargleben (Gemeinde Karstädt) am Freitagabend zum ersten Mal eine Vorstellung außerhalb Lenzens gaben, scheuten sie nicht davor zurück, ihre Gastgeber mächtig aufs Korn zu nehmen. Kurzerhand hatten sie ihr diesjähriges Programm unter dem Motto „Der LCC klopft auf den Busch“ ein wenig umgestrickt. Die Brezeltante legte in ihrer Büttenrede gut vor. „Hier wurde wohl die Wende verpennt“, vermutete sie gleich zu Beginn. Als sie nach Sargleben gekommen sei, hätte sie keinen ebenen Weg gefunden. Zudem brannte nur jede zweite Straßenlaterne. „Straßenbau braucht es nicht in diesem Gebiet. Ihr wolltet ja den Transrapid“, tönte sie. Sie kommentierte die dorfspezifischen Bräuche und berichtete von einem Spaziergang durch Garlin: „Weil nichts anderes zu finden war, machte ich Halt in der Julia-Bar….“ Doch das Publikum verzieh ihr offenbar alles. Zumindest bekam sie stürmischen Beifall.Diesen hatten sich alle Lenzener Karnevalisten redlich verdient. Sie boten mit Elferrat, Sängern, Funken, Büttenrednern und anderen nicht nur ein starkes Programm dar, sondern schickten sogar ihr Prinzenpaar vorübergehend vom Thron. Garlins Ortsbürgermeister Klaus-Dieter Walz durfte den Generalschlüssel, der zum Feuerwehrgerätehaus, zum Kohlenschuppen und sonstigen Einrichtungen passt, an zwei Sarglebener Regenten überreichen: Prinz Christian Rühlmann und Prinzessin Nadine Holzmann. Sogar ein eigener Schlachtruf war den Sarglebenern erlaubt. Die ersten Buchstaben der Nachbardörfern Garlin, Dargardt und Seetz wurden zum Wort „Gar-da-see“ zusammengefasst, sodass alle gerne riefen:“Gar-da-see o-lé!“

(Quelle: Bianka Boock im “Prignitzkurier” der MAZ vom 20.02.2006)

Sargleben2006

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